Große Kommandantentagung in Stephansposching

27.02.2026

Große Kommandantentagung am 27.02.2026 in Stephansposching.

Bericht Donau Anzeiger, Walter Wisberger

In der vollbesetzten Turnhalle fand jüngst die große Kommandantentagung des Landkreies Deggendorf statt. Dazu konnte Kreisbrandrat Erwin Wurzer neben den Kommandanten und Vorständen der Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis und seinem Team aus der Inspektion auch Landrat Bernd Sibler mit seinen  Stellvertretern Roman Fischer und Eugen Gegenfurtner, Vertreter des Bayerisches Rotes Kreuz, des Malteser Hilfsdienst, Vertreter der Polizei, der  Rettungshundestaffel sowie des Technischen Hilfswerkes, so wie eine Abordnung des Feuerwehrbezirkskommandos Ried begrüßen. Bürgermeisterin Jutta Staudinger sprach in ihrem Grußwort davon, dass der Abend zeige, mit welchen vielfältigen und oft herausfordernden Aufgaben die Feuerwehren im Einsatz konfrontiert seien. Gleichzeitig sei das Treffen ein wichtiger Anlass für Austausch und Miteinander. Es setze ein starkes Zeichen für den hohen Stellenwert des Ehrenamtes und für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Als scheidende Bürgermeisterin dankte sie den Wehren als verlässliche Truppe und wichtige Größe in den Gemeinden. Für die Zukunft wünschte sie allen Aktiven weiterhin alles Gute im Ehrenamt. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Konrad Seis dankte der Kreisbrandinspektion für die stets gute Zusammenarbeit. Sein Dank galt auch den Kommunen im Landkreis für ihre Unterstützung der Wehren. Zugleich kündigte er an, bei der kommenden Wahl nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren, da er bei der nächsten Wahl bereits 74 Jahre alt wäre. Landrat Bernd Sibler zeigte sich am Anfang seines Grußwortes beeindruckt vom überwältigenden Bild der voll besetzten Halle mit so vielen motivierten Menschen, die bereit seien zu helfen. Dieses Engagement verdiene höchste Anerkennung und ein aufrichtiges Vergelts Gott. Er erinnerte an die beiden tragischen Einsätze, bei denen Feuerwehrkameraden aus dem Landkreis bei einem Unfall ihr Leben verloren. Rund 122 000 Menschen im Landkreis Deggendorf könnten sich darauf verlassen, dass ihnen im Notfall geholfen werde. Ehrenamt sei keine Selbstverständlichkeit, sprach er weiter und zeigte sich erzürnt darüber, dass dies dann auch noch angegrifen, beleidigt oder sogar  bespuckt werde. Mit Blick auf aktuelle Themen sprach er den Donauausbau, den Katastrophenfall 2024 sowie die Herausforderungen durch den Ausbau der A3 an. Als besonders erfreulich bezeichnete er die starke Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die regelmäßigen Blaulichtgespräche seien ein wichtiger Baustein für das gute Miteinander aller Organisationen. Josef Fritsch und Kreisbrandrat Erwin Wurzer konnten eindrucksvolle Zahlen bekannt geben. Insgesamt gehören den Wehren im Landkreis derzeit 12749 Mitglieder an. Davon leisten 4656 Frauen und Männer aktiven Dienst. 625 Feuerwehrdienstleistende nahmen im vergangenen Jahr an Lehrgängen auf Kreisebene teil, weitere 256 besuchten einen Lehrgang an einer der staatlichen Feuerwehrschulen. 490 Aktive legten die Leistungsprüfung Löschen ab, 323 in Technischer Hilfeleistung. Derzeit sind 1042 Atemschutzträger einsatzbereit. Sehr erfreut zeigte sich Wurzer über die Entwicklung im Nachwuchsbereich. In den Jugendfeuerwehren engagieren sich aktuell 794 Jugendliche, in den Kinderfeuerwehren sind es 921 Kinder. Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis Deggendorf 2952 Einsätze bewältigt. Davon entfielen 1626 auf Technische Hilfeleistungen, 664 auf Brände und 281 auf Fehlalarmierungen. Hinzu kamen sechs Einsätze des PSNV-E Teams. Insgesamt leisteten die Aktiven 174787 ehrenamtliche Einsatzstunden. Bei einem angenommenen Stundensatz von 35,90 Euro würde dies einer Summe von 6 274 853,30 Euro entsprechen, rechnete Wurzer vor. In der Atemschutzwerkstatt wurden 5737 Geräte geprüft und 1302 Flaschen gefüllt. Die zuständigen Kreisbrandinspektoren des vergangenen Jahres, Bernhard Süß und Jürgen Kainz, gingen dabei in einem Vortrag auch auf die markantesten Einsätze ein. In der Brandsimulationsanlage beziehungsweise der Atemschutzübungsanlage absolvierten 798 Atemschutzträger ihre Übungen. Informiert wurde zudem über die Arbeit der UG-ÖEL, die Winterschulungen sowie die Blaulichtgespräche aller Blaulichtorganisationen. Vorgestellt wurden außerdem die 27 neu gewählten Kommandanten des vergangenen Jahres sowie neu ernannte Führungskräfte und Mitglieder der Wehren im Landkreis. Bei den Ehrungen konnte Feuerwehrpfarrer Godehard Wallener überrascht werden. Ihm wurde die Feuerwehrehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber für seine langjährige Unterstützung und sein Engagement überreicht. Mit der Feuerwehrehrenmedaille des Verbandes in Bronze wurden Rudolf Zitzelberger und Josef Brandl für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Eine besondere Ehre wurde dem langjährigen Kreisbrandinspektor Bernhard Süß zuteil. Landrat Bernd Sibler ernannte ihn gemeinsam mit Kreisbrandrat Erwin Wurzer zum Ehrenkreisbrandinspektor. Süß dankte für die jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit und die gewachsenen Freundschaften. Vor rund 40 Jahren sei er Kommandant in Lalling geworden. Es sei ihm stets eine Freude gewesen, Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag leisten zu dürfen. Ebenso ist auch der langjährige Kreisbrandmeister Xaver Altschäfl zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt worden, er konnte allerdings nicht vor Ort sein. Das Ehrenkreuz der Kreisbrandinspektion wurde an Martin Harlander, Wolfgang Punzmann, Frank Locklair, Christian Einhellig, Johann Zitzelsberger, Johann Aigner sowie an Erwin Wurzer überreicht. Zum Abschluss dankte Wurzer allen für die hervorragende Zusammenarbeit und das gute Miteinander. Sein besonderer Dank galt Landrat Bernd Sibler, der stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Feuerwehren habe und diese gerne unterstütze. Deutlicher Worte richtete der Kreisbrandrat jedoch an den Bund. Zwar habe der Landkreis ein neues CBRN Fahrzeug (Erkunder) erhalten, allerdings lediglich das Fahrgestell ohne Allradantrieb. Gerade dieser wäre im Landkreis Deggendorf mit seinen ländlichen Strukturen und dem Bayerischen Wald wichtig. Vor allem bemängelte er, dass die Ausrüstung aus dem alten Fahrzeug übernommen wurde, diese stammt teilweise aus dem Jahr 2001, der Computer für die Auswertung wichtiger Messungen im Umweltbereich aus dem Jahr 2008. Ebenso warte der Landkreis seit vielen Jahren auf die Auslieferung eines LF 20 Katastrophenschutz von Seiten des Bundes. Gerade in der aktuellen Lage, in der die Feuerwehren zunehmend auch im Zivilschutz gefordert seien, sei eine zeitgemäße und vollständige Ausstattung dringend notwendig, so Wurzer.

In einer Fahrzeugausstellung stellte der Landkreis Deggendorf vor der  Kommandantentagung in Stephansposching die im Jahr 2025 neu beschafften Fahrzeuge aus. Dabei wurde auch deutlich, dass der der Landkreis und die Kommunen viel Geld  in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger investiert. Die Ausstellung machte deutlich, dass im Landkreis Deggendorf nicht nur auf moderne Technik gesetzt wird, sondern langfristig und nachhaltig in den Brand und Katastrophenschutz investiert. Die Fahrzeuge haben zusammen einen Wert von mehreren Millionen Euro. Es handelt sich dabei um auch langfristige Investitionen, denn Feuerwehrfahrzeuge bleiben oft mehr als 30 Jahre im Dienst. Entsprechend sorgfältig wurden Ausstattung, Technik und Einsatzmöglichkeiten geplant, damit sie über Jahrzehnte hinweg  ihren Dienst leisten können. Zu den  Neuanschaffungen zählt die Drehleiter der Freiwillige Feuerwehr Hengersberg. Bei Brandeinsätzen und technischen Hilfeleistungen steht sie landkreisweit zu Einsätzen bereit. Neu angeschaftt wurden auch Löschfahrzeuge für Trupp und Gruppenstärke, um eine schnelle Erstversorgung an den Einsatzstellen gewährleisten zu können. Angesichts der zunehmenden Waldbrandgefahr sind kompakte und geländegängige Fahrzeuge von Nöten. Die drei neu beschafften UTV, die in den Gerätehäusern in Lalling, Fronsteten und Greising stationiert sind, ermöglichen es, auch schwer zugängliche Waldgebiete rasch zu erreichen. Gerade bei ausgedehnten Flächenlagen ist diese Wendigkeit ein entscheidender Vorteil. Vielseitig einsetzbar ist auch der neue Abrollbehälter Mulde der Feuerwehr Plattling. Er bietet viele Möglichkeiten bei größeren Schadenslagen. Der neue Versorgungs-LKW der  Feuerwehr Pielweichs übernimmt eine besondere Aufgabe. Dort werden die Notdächer vorgehalten, die landkreisweit eingesetzt werden. Eine wichtige Ergänzung stellt auch die neu beschaffte mobile Toilette dar. Es steht nicht überalle eine Toilette zur Verfügung und gerade bei längeren Einsätzen sind sanitäre Einrichtungen wichtig. Sie verbessern die Einsatzbedingungen spürbar und tragen auch dem Umstand Rechnung, dass immer mehr Frauen aktiven Dienst in den Feuerwehren leisten.